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PNP | 19.03.2010 

 

Zurechtgespielt

Familienmusik Hoffmann begeistert in Passau  

 

Es gibt sie, die nicht vor Schmalz und Kommerz triefende Volksmusik. Jene Volksmusik, die sich der Tradition verschrieben hat und dennoch neue Wege geht, ohne volkstümlich zu sein. Angenehm unprätentiös dargeboten von der Familienmusik Hoffmann, die den Glanz nicht in der Darstellung sucht, sondern durch ihr Können glänzt.
Die Gruppe aus dem Landkreis Passau, bestehend aus den Eltern Helmuth (Bass) und Gisela Hoffmann (Gitarre), Sohn Klaus (Akkordeon, Klavier), Tochter Petra Wipplinger (Geige) und Vera Unfried (Blockflöte) trat am Mittwoch im Rahmen des internationalen Gitarrenfestivals Passauer Saiten auf. Mit der Folge, dass am Nachmittag Hunderte Senioren in die Redoute strömten. Mit von den wohlgeformten Klängen völlig entspannten Gesichtern genossen sie, was sich da abspielte.
Und es spielte sich einiges ab. Wenn beispielsweise Flötistin Vera Unfried ihre Finger so schnell über die Blockflöte fliegen lässt, dass es Schwierigkeiten bereitet, mit den Augen zu folgen - nicht den Ohren. Es scheint, als spiele sie sich selbst schwindelig. Und dann, am Ende des russischen Marsches, reißt sie sich die Flöte vom Mund: Einatmen. Puh. Spielerisch übernimmt die Geige, mal gefühlvoll, mal stakkato, bis das Kolophonium staubt. Multitalent Klaus Hoffmann wechselt scheinbar spielerisch zwischen Steirischer, Klavier, Bass und Flöte. „Die können was“, sagt eine Besucherin. Mit Tschindarassabum hat es nichts gemein.
Das Erfolgskonzept der Familienmusik Hoffmann ist eigentlich simpel: Sie spielen die Tradition, so wie sie sich das vorstellen. Das macht sie einzigartig, so macht es niemand in der Region. Ihr Repertoire besteht aus niederbayerisch zurechtgespielten Polkas aus der Steiermark, ungarischen und französischen Walzern, Liebesliedern aus Wien, Märschen aus England und Russland. Sogar vor dem Trommelmarsch machen sie keinen Halt, getrommelt wird eben auf dem Bass.
Dem Publikum gefällt das. 1998 erhielt die Gruppe aus Raßreuth bei Hauzenberg den „Zwieseler Fink“, 2000 wurde sie mit dem Kulturpreis des Landkreises Passau ausgezeichnet. Dennoch sind sie bescheiden geblieben. „Wir sind hin und weg“, sagte Klaus Hoffmann. Niemals hätten sie gedacht, dass Leute nachmittags auf ein Konzert gehen. Und dann auch noch in solchen Massen
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Anna Kessler